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Gründung der PDB

Die Gründung der PDB

Unter anderem, weil die Traditionellen nicht einlenken wollten, wurde am 7.11.1971 die Vorgängerin der PDB, die CUW (Christliche Wählerunion) gegründet, die auf Anhieb einen Stimmenanteil von 20 % verbuchen konnte.

Am 27.12.1971 wurde aus der CUW die PDB. Wichtige CSP-Mitglieder und der ehemals liberale Senator Louis wurden zu Gründungsmitgliedern der Partei.

Obwohl ein Anschluss an die Bundesrepublik nie Thema, weder bei den erwähnten Vereinigungen oder Personen noch bei der PDB gewesen ist, wurde diese Unterstellung zum primitiven Hauptangriffspunkt seitens der traditionellen Parteien gegen die PDB, und dies über viele Jahre hinweg.
Die CUW hatte also, genau wie ihre Nachfolgerin PDB, unter Verdächtigungen zu leiden, die ihre „Staatsloyalität“ in Frage stellte. (11) „Es wurde behauptet, die CUW sei eine Heim-ins-Reich-Bewegung.“ (12) Auf einem Wahlplakat erklärte die CUW: „Um allen Anpöbeleien, wir seien eine Heim-ins-Reich-Bewegung zuvorzukommen erklären wir ein für allemal öffentlich, daß wir nichts anderes wollen als für unser Gebiet einen gebührenden Platz im neuen Belgien.“ (13)
Diese Rechtfertigungen waren auf Grund ihres Programms nötig, das sich offen für die Bildung eines eigenen Wahlbezirkes, eine eigene gesetzlich verankerte Vertretung, die Bereinigung der Nachkriegsprobleme, die Ernennung eines Staatssekretärs für das Gebiet der deutschen Sprache und für eine föderalistische Ausgestaltung Belgiens einsetzte. (14) Eine Partei mit solchen Forderungen hat sich bis dato noch nicht zur Wahl gestellt und war Teilen der Bevölkerung und der politischen Akteure suspekt. Schnell wurde bei ihnen die Befürchtung wach, dass sie so etwas als „gute Belgier“ nicht schickt. Ein anderer und nicht kleiner Teil der ostbelgischen Bevölkerung fand sich in den Forderungen bestätigt. Dies zeigen die auf Anhieb erzielten Wahlergebnisse von 20% bei den Senatswahlen 1971. (15) Bei den Kammer- und Senats- sowie RDK-Wahlen am 10. März 1974 erlangte die PDB mit der Forderung nach mehr Selbstständigkeiten für die deutschsprachigen Belgier rund 24% der Wählerstimmen. (16)

Das Grenz-Echo (17) hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass die PDB nicht seine Partei sein werde. Auf die Gründung der PDB am 28.12.71 reagierte das GE erstaunlich gelassen: Der Kommentar vom 05.01.72 lautete: „Interessanterweise hat die kürzliche Gründung einer Partei der Deutschsprachigen, in deren Grundsatzerklärung die Ungeduld nach einer endgültigen Lösung unserer Probleme durchklang, diese Angelegenheit noch stärker ins Bewusstsein der belgischen Öffentlichkeit gebracht, als jahrelanges Drängen der hiesigen Regionalvertretungen der nationalen Parteien." In der Aachener Volkszeitung (AVZ) hingegen stand der Journalist Willy Timmermann der PDB positiv gegenüber. Freude und Aufbruchstimmung kamen dank flämischer Hilfe auf, als das Brüsseler Parlament beschloss, den deutschen Kulturrat direkt wählen zu lassen.
Je nach Sachlage hatdie Deutschsprachige Gemeinschaftauch die Unterstützung eines wallonischen Ministers, Minister Perin, erhalten, so für die Direktwahl des Rates und für einen eigenen Wahlbezirk, zu letzterem es dann trotz seiner Unterstützung als Minister nicht gekommen ist.

In einer seiner ersten Reden vor vollbesetzter Bürgerstube in der Klosterstraße in Eupen hat Lorenz Paasch die Ziele der PDB festgelegt: es ging um die kulturelle und um die regionale Autonomie. Von diesen Zielen ist die PDB nie abgewichen.