Politik
Als 2002 in der Zeitung zu lesen war, dass ich Fraktionssekretärin bei der PJU-PDB geworden bin, habe ich überwiegend staunende Gesichter zu sehen bekommen. Freunde, Bekannte, Menschen, die ich bis dahin nicht kannte, gaben mir viele gut gemeinte Kommentare: Von „warum gerade bei denen?“ zu „was bringt dir das denn?“ habe ich viel gehört. Damals habe ich bei der PJU-PDB Fraktion angefangen, weil ich einerseits neben dem Studium der Politischen Wissenschaft etwas Geld verdienen musste (zuvor habe ich beispielsweise Führungen im Aachener Dom gemacht) und andererseits, weil ich das praktisch erfahren wollte, was ich theoretisch im Unterricht lernte. Dass die Wahl auf diese Fraktion fiel, war bewusst, aber nicht exklusiv gewesen. Ich gebe gerne zu, dass ich zu dieser Zeit auch in einigen anderen Fraktionen angefangen hätte. Im Rückblick kann ich aber sagen, dass ich meine Entscheidung für die PJU/PDB keinen Moment bereut habe.
Das ist jetzt keine Pflichtaussage für eine Fraktionssekretärin, die zur Politikerin geworden ist, sondern meine ehrliche Erfahrung.
Die Zeit als Fraktionssekretärin bei der PJU-PDB hat mich von der Arbeitsweise, den Zielen und den Politikern der PJU-PDB überzeugt. Ich wurde sofort als gleichwertiger Partner einbezogen und meine Meinung wurde von Beginn an ernst genommen, obwohl mein Wissen über die Politik in der DG zu diesem Zeitpunkt noch recht dürftig war. Auch die Ernsthaftigkeit und das Engagement mit denen Gerhard Palm, Dorothea Schwall-Peters und Oliver Paasch die Politik in der DG betrieben haben bzw. betreiben, beeindrucken mich bis heute.
Im Zuge der Vorbereitungen zur Gemeinschaftswahl im Juni 2004 durfte ich den Wahlkampf für die Partei leiten und wurde schließlich Kandidatin Nr. 3 auf der Offenen Bürgerliste der PJU-PDB. Eine mutige Entscheidung der Partei und Fraktion eine in der DG weitgehend unbekannte 22Jährige auf eine solche Listenposition zu setzen! Im Gegensatz zu fast allen anderen Parteien hatte die PJU-PDB damit bewiesen, dass sie keine Angst vor einer Verjüngung hat. Auf unserer Liste waren sowohl Neulinge wie „alte Hasen“ zu finden - allesamt mit dem Ziel eine gute Politik für die DG zu machen.



Durch den Rückzug von Dorothea Schwall-Peters, den ich heute noch sehr bedauere, habe ich im Januar 2005 die Chance bekommen, in das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft einzuziehen. Diese habe ich natürlich gerne wahrgenommen. Ich engagiere mich nun vor allem im Bereich des Ausschuss II, der für die kulturellen Angelegenheiten zuständig ist und habe zur Zeit hier auch den Vorsitz inne. In der Plenarsitzung vom 27.10.2008 wurde ich als Vertreterin der PJU-PDB-Fraktion für den Rat der Euregio Maas-Rhein bestimmt. Nach Ableben von Rudi Pankert, der mit viel Engagement diese Aufgabe lange Jahre übernommen hatte, bin ich in dieses Gremium nachgerückt. Ich habe gerne das Amt übernommen, auch wenn der Anlass ein trauriger war. Ich werde versuchen die Arbeit im Sinne von Rudi Pankert weiterzuführen. Ein ihm immer sehr wichtiger Punkt, nämlich die Steigerung der Effektivität des Gremiums, stand bereits auf der Tagesordnung.
Und jetzt komme ich auf die Fragen zurück, die man mir 2002 gestellt hat: „Warum gerade bei denen?“ ...nicht nur, weil mich das Parteiprogramm so überzeugt hat, sondern vor allen Dingen auch, weil die Art und Weise des Politikmachens bei der PJU-PDB bodenständig, ehrlich und seriös ist. Eben am Puls der Zeit mit anständiger politischer Kultur und mit Mut zu sagen, wie es ist. „Was bringt dir das denn?“ ...das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die Position an sich, das Mandat als Parlamentarierin steht für mich nicht im Vordergrund. Das ist für mich kein Selbstzweck. Aber die Möglichkeit auf das Einfluss zu nehmen, mit dem die Menschen in der DG tagtäglich in Kontakt kommen, ist sowohl eine spannende als auch verantwortungsvolle Aufgabe. Die konkrete Gelegenheit möglichst konstruktiv und über Fraktionsgrenzen hinweg im Ausschuss die Dekrete zu bearbeiten und so zu formen, dass es ein gutes Ergebnis für alle Menschen in der DG ergibt.




